Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Krafttraining Fußball — für viele Amateurspieler heißt das immer noch: ab auf die Bank und Gewichte stemmen. Auf dem Platz entscheidet aber etwas anderes: ein härterer Schuss, der Antritt über fünf Meter und Beine, die auch in der 85. Minute noch sprinten. Hier bekommst du die Übungen samt Sätzen und Wiederholungen, den Plan durch die Saison — und die Präventionsarbeit, die zehn Minuten pro Woche kostet.
Fußballspezifisches Krafttraining trainiert Kraft nicht isoliert, sondern in den Bewegungsmustern des Spiels: explosive Antritte, Sprünge, Schüsse, Richtungswechsel und Zweikämpfe. Im Zentrum stehen Explosiv- und Schnellkraft, Rumpfstabilität und Verletzungsprävention — nicht maximale Muskelmasse. Ein schwerer Bizeps gewinnt keinen Zweikampf; eine stabile Körpermitte und explosive Beine schon.
Der Baustein, den die meisten Amateure auslassen: Training auf instabilen Unterlagen (Propriozeption) — sinnvoll, weil Sprint, Schuss und Zweikampf allesamt einbeinige Aktionen sind. Es braucht dafür kein Geräte-Arsenal — ein aufblasbares Bolster wie das BOLSTair® BASIC genügt, das du auf 20×15×3 cm zusammenpackst. ↓ Direkt zum Trainingskissen
Warum Krafttraining im Fußball den Unterschied macht
Die kurze Antwort: Krafttraining macht dich schneller, robuster und belastbarer. Gezieltes Training stärkt die Muskulatur, verbessert die Explosivkraft und erhöht die Körperstabilität — das wirkt sich direkt auf Schusskraft, Antritt, Wendigkeit und Ausdauer aus. Als Richtwert gelten zwei Krafteinheiten pro Woche während der Saison und drei in der Vorbereitung; für den reinen Erhalt reicht in der Saison nachweislich auch eine gut gelegte Einheit.
Der zweite Effekt ist mindestens genauso wichtig: Verletzungsprävention. Wer Muskelkraft und Stabilität aufbaut, steht Zweikämpfe und Stürze besser weg — eine kräftige Muskulatur entlastet die Gelenke, gerade Knie und Sprunggelenk, die im Fußball am häufigsten betroffen sind.
An diesem Punkt setzt propriozeptives Training an: Eine Unterlage, deren Instabilität sich dosieren lässt, passt zum vorsichtigen Wiedereinstieg nach ärztlicher Freigabe genauso wie zum Landungsdrill eines topfitten Spielers. Wie du sie ins Programm einbaust, steht weiter unten.
Wie propriozeptives Training in der Praxis aussieht, zeigt dieses kurze Video — die Prinzipien daraus tauchen weiter unten in den Fußball-Übungen wieder auf:
Die 5 Ziele des Krafttrainings für Fußballer
- Explosivkraft steigern: für schnelle Sprints, hohe Sprünge und harte Schüsse — die spielentscheidenden Aktionen.
- Schnelligkeit verbessern: Antritt und Beschleunigung auf den ersten fünf bis zehn Metern gewinnen im Fußball mehr Duelle als Top-Speed.
- Körperstabilität erhöhen: stabile Körpermitte für Zweikämpfe und abrupte Richtungswechsel. Die Basis dafür liefert die tiefe Bauchmuskulatur.
- Verletzungen vorbeugen: belastbare Muskeln, Sehnen und Bänder gehen mit weniger Ausfallzeiten einher — ein Restrisiko bleibt im Fußball immer.
- Allgemeine Leistungsfähigkeit: Ausdauer, Beweglichkeit und Belastbarkeit steigen mit — dein gesamtes Spiel profitiert.
Krafttraining nach Position: Torwart, Verteidiger, Mittelfeld, Sturm
Ein Innenverteidiger belastet seinen Körper anders als ein Flügelstürmer. Die Grundübungen bleiben gleich, die Schwerpunkte verschieben sich:
| Position | Anforderungsprofil | Schwerpunkt-Übungen |
|---|---|---|
| Torwart | Explosive Abdrücke aus dem Stand, seitliche Hechtsprünge, Landungen auf einer Seite, Rumpfrotation beim Abwurf | Seitliche Sprünge über eine Linie, Split-Squats, Medizinball-Rotationswürfe, Landetraining einbeinig |
| Innenverteidiger | Beschleunigung aus dem Stand, Sprung- und Kopfballduelle, Abschirmen mit Körperkontakt, kurze Rückwärts- und Seitwärtsbewegungen | Kniebeugen, Sprungkraft aus dem Stand, Nackenkräftigung, Plank-Varianten mit Störimpuls |
| Außenverteidiger / Flügel | Viele wiederholte Sprints über die volle Bahn, Richtungswechsel unter Ermüdung | Widerstandssprints, Single-Leg Bounds, Kraftausdauer-Zirkel, Hamstring-Arbeit |
| Zentrales Mittelfeld | Höchste Laufleistung, ständige Drehungen unter Gegnerdruck, Passschärfe aus der Rotation | Rumpf-Antirotation (Pallof Press), Kraftausdauer, Rumänisches Kreuzheben, Mobility Hüfte |
| Stürmer | Antritt aus dem Stand, Abschluss mit beiden Füßen, Abschirmen mit dem Rücken zum Tor | Schusskraft-Kette (siehe unten), Box Jumps, einbeiniger Dreisprung, Gesäßkräftigung |
Wer im Jugendbereich trainiert oder mehrere Positionen spielt, fährt mit dem Basisprogramm aus diesem Artikel und setzt nur einen Positions-Schwerpunkt obendrauf — nicht zwei Programme parallel.
Funktionelles Krafttraining: die Basis
Beim funktionellen Krafttraining arbeiten mehrere Muskelgruppen zusammen — so wie im Spiel. Statt isolierter Geräteübungen trainierst du Bewegungen, die den Anforderungen des Fußballs entsprechen: Drehungen, Sprünge, Wendungen, schnelle Richtungswechsel. Zum Einsatz kommen freie Gewichte und das eigene Körpergewicht. Die Grundlagen erklärt unser Beitrag zum funktionellen Training, einen breiteren Übungskatalog über alle Sportarten hinweg findest du im sportlichen Krafttraining.
Was dir das auf dem Platz bringt: optimierte Bewegungsmuster machen dich schneller im Sprint und agiler im Dribbling, gestärkte Muskeln und Sehnen stabilisieren Knie- und Sprunggelenk, eine kräftige Rumpfmuskulatur verbessert die Körperkontrolle in jeder Spielsituation — und dein Körper lernt, auf unvorhersehbare Situationen zu reagieren. Der Fußball verlangt das ständig.
Schusskraft trainieren: Übungen für den härteren Schuss
Schusskraft entsteht nicht im Oberschenkel allein, sondern als Kette: Der Rumpf stabilisiert, die Hüfte streckt explosiv, der Quadrizeps beschleunigt den Unterschenkel, der Hüftbeuger des Schwungbeins zieht nach. Wer nur Beinstrecker am Gerät trainiert, verstärkt ein Glied und lässt die Kette unverändert.
| Übung | Ausführung | Dosierung |
|---|---|---|
| Medizinball-Rotationswurf | Seitlich zur Wand stehen, Ball auf Hüfthöhe, aus der Rumpfrotation explosiv gegen die Wand werfen. Die Bewegung kommt aus Hüfte und Rumpf, nicht aus den Armen. | 4×6 je Seite, volle Pause |
| Einbeiniger Dreisprung | Drei maximale Sprünge auf demselben Bein nacheinander, weich landen, Weite messen. Zeigt Seitenunterschiede gnadenlos auf. | 3×3 je Bein |
| Box Jumps | Aus einer tiefen Hocke auf eine Kiste springen, sicher landen, heruntersteigen statt springen. | 4×5, 2–3 min Pause |
| Rumänisches Kreuzheben | Hüfte nach hinten schieben, Rücken gerade, Hantel eng am Bein. Baut die hintere Kette auf, die den Schuss abbremst. | 3×8, moderat schwer |
| Wandschuss-Serie | Technik am Ball: 20 Schüsse mit dem starken, 20 mit dem schwachen Fuß gegen eine Wand, Fokus auf Standbeinposition und Körperspannung. | 2 Serien, direkt nach dem Krafttraining |
Ein Punkt, der selten trainiert wird: das Standbein. Es fängt die gesamte Rotation ab. Wenn es nachgibt, verpufft ein Teil der erzeugten Kraft. Deshalb lohnt sich einbeinige Stabilitätsarbeit für den Schuss — im Zweifel schon mit einer nachgebenden Auflage unter dem Standbein, weil die kleinen Stabilisatoren dann permanent nachregeln müssen (mehr dazu weiter unten) — und deshalb lohnt sich auch, den schwachen Fuß mitzutrainieren: Beidfüßigkeit ist im Amateurbereich der schnellste Weg zu mehr Abschlusssituationen.
Explosivkraft: Plyometrie und Sprungkraft
Plyometrie nutzt den Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus: Der Muskel wird kurz gedehnt und kontrahiert sofort explosiv — maximale Kraft in minimaler Zeit. Für Fußballer sind das Sprungduell, der Antritt und der Richtungswechsel.
| Übung | Beschreibung | Dosierung |
|---|---|---|
| Squat Jumps | Aus der Kniebeuge explosiv nach oben springen, weich landen. | 4×6 |
| Tuck Jumps | Explosiv abspringen, Knie zur Brust ziehen, weich landen. | 3×8 |
| Single-Leg Bounds | Mit einem Bein weit nach vorn springen, auf dem anderen landen, Seite wechseln. | 3×6 je Seite |
| Depth Jumps | Von einer 30–40 cm hohen Kiste heruntersteigen, straff und kurz aufsetzen und ohne Verzögerung maximal hoch abspringen — der Bodenkontakt soll so kurz wie möglich sein (nicht weich abfedern, das ist der Gegenzweck der Übung). Nur für Fortgeschrittene, deren Landetechnik aus Box Jumps sicher sitzt; nicht auf hartem Untergrund, Volumen niedrig halten. | 3×5, volle Pause |
Plyometrie ist ein Nervensystem-Training, kein Ausdauerreiz: wenige, saubere Wiederholungen mit vollständiger Pause schlagen viele müde. Sobald die Sprunghöhe sichtbar abfällt, ist die Einheit vorbei. Die Methodik dahinter — Belastungssteuerung, Progression, typische Fehler — vertieft unser Beitrag zum Krafttraining für explosive Kraft. Wie Volleyballer dieselben Prinzipien für den vertikalen Sprung nutzen, zeigt der Beitrag zum Krafttraining für Volleyballspieler.
Schnellkraft für den Antritt
Schnellkraft ist die Fähigkeit, Kraft schnell zu entwickeln — und sie entscheidet den Antritt. Der Unterschied zur Maximalkraft: Beim Sprint hast du pro Bodenkontakt je nach Phase nur etwa 0,1 bis 0,25 Sekunden Zeit. Was in dieser Spanne nicht abrufbar ist, kommt auf dem Platz nicht an.
| Übung | Beschreibung | Dosierung |
|---|---|---|
| Widerstandssprints | Sprints gegen Zugband oder Schlitten über 10–20 m. Der Widerstand sollte die Technik nicht zerstören — wenn du dich verrenkst, ist er zu hoch. | 6×15 m, 2 min Pause |
| Medicine Ball Slams | Ball über dem Kopf, mit maximaler Kraft auf den Boden werfen. | 4×8 |
| Hüftheben explosiv | Rückenlage, Fersen aufgestellt, Becken explosiv hochdrücken und kontrolliert senken. | 3×10 |
| Power Cleans | Langhantel explosiv vom Boden auf die Schultern. Reine Technikübung — nur unter Anleitung eines qualifizierten Trainers erlernen. | 5×3, leicht |
Für die Progression gilt: erst die Landung beherrschen, dann die Absprunghöhe steigern. Ein Spieler, der nach dem Sprung wegkippt, hat kein Kraft-, sondern ein Kontrollproblem. Als Volumen gelten für Einsteiger rund 80 bis 100 Bodenkontakte pro Einheit als Richtwert — zwei Einheiten pro Woche, immer mit mindestens 48 Stunden Abstand zum Spiel.
Schnelligkeit und Richtungswechsel
Im Fußball zählt selten die Höchstgeschwindigkeit, sondern der Antritt über fünf bis zehn Meter und die Fähigkeit, aus vollem Lauf abzubremsen und die Richtung zu wechseln. Darauf zielen diese Drills:
- 5-10-5-Shuttle: fünf Meter zur Seite, zehn zurück, fünf wieder hin — der Standardtest für Richtungswechsel. Achte auf den tiefen letzten Schritt beim Abbremsen.
- Start-Stopp-Sprints: auf Signal antreten, auf Signal abrupt stoppen und stabil stehen bleiben. Das Abbremsen ist die Verletzungssituation — es gehört trainiert, nicht vermieden.
- T-Drill: drei Hütchen in T-Form, vorwärts, seitlich, rückwärts. Bildet den Weg eines Verteidigers im Rückwärtsgang ab.
- Zweikampf-Antritte: Partner startet zeitgleich, gemeinsamer Sprint auf den Ball. Reaktion plus Körperkontakt — näher am Spiel geht es kaum.
Wer an der reinen Sprinttechnik und der maximalen Linearbeschleunigung arbeiten will, findet das ausführlich im Beitrag Krafttraining für Sprinter; die allgemeinen Grundlagen zur Schnelligkeitsentwicklung stehen im Beitrag Krafttraining für mehr Geschwindigkeit. Der Unterschied zum Fußball: Dort geht es um einen einzigen maximalen Lauf, hier um zwanzig Antritte unter Ermüdung.
Stabilität auf instabiler Unterlage
Ein Element kommt in Amateur-Trainingsplänen selten vor, obwohl es im strukturierten Aufwärmen bis hinauf in den Profibereich seinen festen Platz hat — der Gleichgewichts-Block im FIFA 11+ ist genau das: propriozeptives Training — Übungen auf nachgebenden Unterlagen. Einbeinstand, Kniebeugen oder Planks auf instabilem Untergrund zwingen die gelenkstabilisierende Muskulatur, permanent nachzusteuern. Diese Reaktionsfähigkeit kann helfen, Sprunggelenk und Knie in genau den Situationen besser abzufangen, in denen es im Fußball kritisch wird: beim Umknicken und beim abrupten Richtungswechsel.
Der Vorteil: Du brauchst dafür kein Geräte-Arsenal. Ein luftgefülltes Bolster wie das BOLSTair® BASIC reicht. Ehrlicherweise: Ursprünglich ist das ein aufblasbares Yoga-Bolster — für Fußballer ist daran vor allem eines interessant, nämlich dass sich die Instabilität über den Luftdruck stufenlos dosieren lässt. Es wiegt rund 280–300 g, ist je nach Fülldruck 70–80 cm lang und packt auf Handgröße zusammen, passt also in jede Sporttasche. Systematisch aufgebaut sieht das so aus: Systematisch aufgebaut sieht das so aus:
- Stufe 1 — viel Luft, prall: die Unterlage gibt nur leicht nach. Einstieg, Rückkehr nach einer Pause, Gewöhnung an die Bewegung.
- Stufe 2 — halb gefüllt: deutliches Nachgeben, die Stabilisatoren arbeiten spürbar. Das Arbeitsniveau für die meisten Amateurspieler.
- Stufe 3 — wenig Luft plus Störimpuls: Partner spielt Pässe zu oder gibt leichte Schubser. Hier wird aus Stabilität echte Reaktionsfähigkeit.
Wie sich Stabilitätsarbeit generell in ein Krafttraining einfügt, zeigt der Beitrag Krafttraining für eine starke Körperstabilität; tiefer ins Thema geht propriozeptives Training.
5 Fußball-Übungen auf instabiler Unterlage
Alle fünf funktionieren auch ohne Hilfsmittel auf festem Boden — die instabile Unterlage ist die Steigerung, nicht die Voraussetzung.
| Übung | Ausführung | Dosierung |
|---|---|---|
| Einbeinstand mit Ballkontakt | Einbeinig auf dem längs liegenden Kissen stehen, Standbein leicht gebeugt, Blick geradeaus. Steigerung: Partner spielt flache Pässe, du nimmst mit dem Spielbein an. | 3×30 Sek. je Bein |
| Split-Squat, Vorderfuß auf dem Kissen | Ausfallschritt-Position, vorderer Fuß mittig auf dem Kissen. Langsam ab, kontrolliert hoch, Knie zeigt über den Fuß. | 3×8 je Bein |
| Plank auf dem Kissen | Unterarme auf dem Kissen, Körper in einer Linie. Wer stabil bleibt, hebt abwechselnd einen Fuß fünf Zentimeter an. | 3×40 Sek. |
| Hamstring-Bridge | Rückenlage, Fersen auf dem Kissen, Becken heben und halten. Die instabile Auflage fordert die hintere Kette zusätzlich koordinativ. | 3×12 |
| Landetraining nach Box Jump | Nach dem Sprung auf dem fest aufgepumpten Kissen landen und zwei Sekunden ruhig stehen, erst dann die nächste Wiederholung. Nur mit sicherer Technik, niedriger Absprunghöhe und auf rutschfestem Untergrund. | 4×4 |
Ein ehrlicher Hinweis: Durch das geringe Gewicht rollt das Bolster auf glattem Hallenboden leichter weg als ein schweres, fest gefülltes; auf Matte oder Rasen ist das kein Thema, bei Sprunglandungen gehört aber bewusst eine Matte darunter.
Verletzungsprävention: Hamstrings, Adduktoren, FIFA 11+
Die folgenden Übungen sind Präventionsarbeit für gesunde Spieler. Bei akuten oder nicht ausgeheilten Beschwerden an Oberschenkel, Leiste oder Knie gehört die Freigabe zuerst zu Ärztin oder Physiotherapeut.
Muskelverletzungen im hinteren Oberschenkel und in den Adduktoren gehören zu den häufigsten Ausfallgründen im Fußball. Beide betreffen Muskeln, die im Spiel bremsen müssen — und Bremsarbeit trainiert man exzentrisch, also in der nachgebenden Phase.
Nordic Hamstring
Die bekannteste Präventionsübung für den hinteren Oberschenkel: Kniend, die Fußgelenke werden von einem Partner fixiert, Körper langsam und kontrolliert nach vorn absenken, so weit es geht, dann mit den Händen abfangen. Wichtig — und der häufigste Ausführungsfehler: Knie, Hüfte und Schultern bleiben in einer Linie. Die Bewegung kommt ausschließlich aus dem Knie, die Hüfte knickt nicht ein. In Metaanalysen halbiert die Übung als Teil eines Präventionsprogramms die Rate an Hamstring-Verletzungen (van Dyk et al. 2019); sie gehört damit zu den am besten untersuchten Präventionsübungen im Fußball — über die genaue Effektstärke wird methodisch diskutiert, die Empfehlung bleibt bestehen. Beginne mit 2×5 Wiederholungen einmal pro Woche und steigere über mehrere Wochen. Die exzentrische Last ist hoch: Einsteiger fangen mit verkürztem Bewegungsumfang, erhöhtem Oberkörper oder Unterstützung durch ein Band an — und führen die Übung nicht unmittelbar vor einem Spiel neu ein. Muskelkater in den ersten Wochen ist normal.
Adduktoren: der Copenhagen Adductor
Seitlage, Unterarm aufgestützt, ein Partner hält das obere Bein an Knie oder Sprunggelenk (alternativ liegt es auf einer Bank). Becken anheben, bis der Körper eine Linie bildet, und das untere Bein zum oberen führen, dann kontrolliert absenken. Eine cluster-randomisierte Studie fand damit rund 41 % weniger Leistenbeschwerden (Harøy et al. 2019). Progression: 2×6 pro Seite, über 6–8 Wochen auf 3×10 steigern — im Aufbau dreimal pro Woche, in der Saison einmal pro Woche zum Erhalt. Einstieg über die verkürzte Variante mit Auflage am Knie statt am Sprunggelenk; bei Schmerz in der Leiste während der Ausführung abbrechen. Wer eine ausgeheilte Leistenzerrung hinter sich hat, profitiert besonders davon, die Übung dauerhaft im Programm zu behalten; bei Restbeschwerden vorher therapeutisch abklären lassen — ergänzt um gezielte Beweglichkeitsarbeit, wie sie der Beitrag zum Krafttraining für mehr Flexibilität beschreibt.
FIFA 11+ als Aufwärmprogramm
Das FIFA 11+ (heute meist nur „11+" genannt) ist ein strukturiertes Aufwärmprogramm aus Lauf-, Kräftigungs-, Sprung- und Gleichgewichtsübungen, das rund 20 Minuten dauert und das klassische Warmmachen ersetzt. Bei mindestens zweimaliger Anwendung pro Woche fand die Ursprungsstudie rund ein Drittel weniger Verletzungen (Soligard et al. 2008) — die Wirkung hängt stark daran, wie konsequent es durchgezogen wird. Der Gleichgewichts-Block darin ist die Stelle, an der eine instabile Unterlage — ein Balance-Pad oder ein aufblasbares Bolster — den Reiz erhöht, ohne dass das Programm länger wird: Einbeinstand mit Ballkontakt statt Einbeinstand auf dem Rasen — als Steigerung, wenn die Originalübung sicher sitzt. Die untersuchte Wirkung bezieht sich auf das Programm in seiner Originalform.
Und der Punkt, an dem die meisten Programme scheitern, ist nicht die Übungsauswahl, sondern die Durchführungstreue: Die Wirkung von Präventionsprogrammen steigt und fällt damit, wie konsequent sie umgesetzt werden — und die Umsetzung bricht im Amateurbereich typischerweise im Saisonverlauf ein. Prävention wirkt nur, wenn sie ganzjährig läuft — zwei Wochen Nordic Hamstring in der Vorbereitung und dann nie wieder bringen wenig. Zehn Minuten pro Woche, konsequent durchgezogen, sind mehr wert als ein intensiver Block im Juli.
Krafttraining Fußball: Trainingsplan, Dosierung und Periodisierung
Ein guter Plan richtet sich nach der Saisonphase und lässt neben Kraft auch Technik, Ausdauer und Taktik Raum. Wer neu einsteigt, findet im Beitrag Krafttraining für Einsteiger den passenden Start.
Die 3 Phasen der Periodisierung
- Vorbereitungsphase: Basis aufbauen — Ganzkörperübungen und funktionelle Bewegungen, 3 Krafteinheiten pro Woche.
- Wettkampfphase: Kraft erhalten statt aufbauen — 2 kurze Einheiten pro Woche, so gelegt, dass die Erholung vor Spielen nicht leidet.
- Regenerationsphase: nach der Saison den Umfang deutlich reduzieren — der Körper braucht die Pause, um in der nächsten Vorbereitung wieder Reize aufnehmen zu können.
Dosierung: Sätze, Wiederholungen, Pausen
Über die Übungsauswahl wird viel geredet, über die Dosierung selten — dabei entscheidet sie, ob ein Reiz ankommt. Zwei Varianten, je nachdem was dir zur Verfügung steht:
Variante A — zu Hause, ohne Geräte
| Übung | Sätze | Wdh. / Dauer | Pause | Saisonphase |
|---|---|---|---|---|
| Split-Squat (ggf. auf instabiler Unterlage) | 3 | 8 je Bein | 90 Sek. | ganzjährig |
| Squat Jumps | 4 | 6 | 2 min | Vorbereitung + Saison |
| Nordic Hamstring | 2 | 5 | 2 min | ganzjährig |
| Copenhagen Adductor | 2 | 6 je Seite | 60 Sek. | ganzjährig |
| Plank mit Fußheben | 3 | 40 Sek. | 45 Sek. | ganzjährig |
| Einbeinstand mit Störimpuls (fester Boden, Bolster oder Balance-Pad) | 3 | 30 Sek. je Bein | 30 Sek. | ganzjährig |
Variante B — im Studio
| Übung | Sätze | Wdh. | Intensität | Pause |
|---|---|---|---|---|
| Kniebeuge | 4 | 5 | schwer, 2 Wdh. in Reserve | 3 min |
| Rumänisches Kreuzheben | 3 | 8 | moderat | 2 min |
| Bulgarian Split-Squat | 3 | 8 je Bein | moderat | 90 Sek. |
| Box Jumps (nach dem Aufwärmen, vor den schweren Sätzen) | 4 | 5 | Körpergewicht | 2–3 min |
| Medizinball-Rotationswurf | 4 | 6 je Seite | leicht, maximal schnell | 90 Sek. |
| Wadenheben einbeinig | 3 | 12 je Bein | moderat | 60 Sek. |
Grundregel: Explosives zuerst, Schweres danach, Ermüdendes zum Schluss. Sprünge und Würfe brauchen ein frisches Nervensystem — wer sie ans Ende einer Einheit hängt, trainiert Müdigkeit statt Explosivität.
Beispiel: Kraft-Woche in der Saisonvorbereitung
So kann eine Trainingswoche aussehen, wenn zwei Mannschaftstrainings und ein Testspiel feststehen:
| Tag | Einheit | Inhalt |
|---|---|---|
| Montag | Kraft 1 (45–60 min) | Variante B, Schwerpunkt Kniebeuge und hintere Kette, Abschluss 4×5 Box Jumps |
| Dienstag | Mannschaftstraining | vorab 10 min Aktivierung: Koordinationsleiter + Einbeinstand auf instabiler Unterlage |
| Mittwoch | frei / Mobility | lockeres Dehnen, Faszienrolle, 20–30 min |
| Donnerstag | Kraft 2 (30–45 min) | Explosiv- und Schnellkraft: Squat Jumps, Medizinball-Würfe, Widerstandssprints — wenige, saubere Wiederholungen |
| Freitag | Mannschaftstraining | Fokus Spielformen; kein zusätzliches Krafttraining |
| Samstag | Testspiel | — |
| Sonntag | Regeneration | Spaziergang, leichtes Stretching, Schlaf priorisieren |
Das Prinzip dahinter: Die intensive Explosivkraft-Einheit liegt 48 Stunden vor dem Spiel, die schwere Ganzkörper-Einheit am Wochenanfang — so kommst du erholt in beide Belastungsspitzen. In der Wettkampfphase kürzt du beide Einheiten auf je 30 Minuten.
Der Dienstags-Slot ist der einfachste Einstieg in die Stabilitätsarbeit, weil er ohnehin stattfindet: Aufpumpen dauert Sekunden — beim BOLSTair drückst du dafür den integrierten Lufteinlasskanal mit der Hand ab, danach wird der Pumpmechanismus zugeklettet und flach im Bolster verstaut. Kein Mundventil, keine externe Pumpe, nichts, was man vergessen kann.
Regeneration
- Ausreichend Erholung zwischen Einheiten und Spielen einplanen — Muskeln wachsen in der Pause, nicht im Training.
- Ganzheitlich trainieren: Flexibilität, Mobilität und Ausdauer gehören neben die Kraft.
- Technik vor Last: saubere Ausführung schlägt hohes Gewicht — im Zweifel Trainer oder Physiotherapeutin draufschauen lassen.
- Präventionsübungen ganzjährig einbauen statt nur in der Vorbereitung.
- Bei bestehenden Beschwerden — Knieprobleme, Leistenschmerzen, eine nicht ausgeheilte Muskelverletzung — vor dem Einstieg mit Ärztin oder Physiotherapeut sprechen. Ein Trainingsplan aus dem Internet ersetzt keine Diagnose.
Kraftausdauer und Beintraining
Ein Fußballspiel dauert 90 Minuten — und genau da entscheidet sich, ob deine Explosivkraft bis zum Schlusspfiff abrufbar bleibt. Kraftausdauer ist die Fähigkeit, wiederholte Kraftleistungen über lange Zeit ohne großen Leistungsabfall abzurufen. Der effizienteste Weg dahin ist der Kraftzirkel: mehrere Übungen mit wenig Pause hintereinander, 2–3 Runden.
| Station | Übung | Dauer / Wdh. |
|---|---|---|
| 1 | Kniebeugen (Körpergewicht oder Kurzhantel) | 45 Sek. |
| 2 | Ausfallschritte im Wechsel | 45 Sek. |
| 3 | Squat Jumps | 30 Sek. |
| 4 | Plank auf instabiler Unterlage | 45 Sek. |
| 5 | Burpees | 30 Sek. |
Zwischen den Stationen 15 Sekunden Pause, nach jeder Runde 90 Sekunden — 2 bis 3 Runden je nach Fitness. Lässt die Sprungqualität an Station 3 oder 5 nach, ersetze die Sprungstationen durch Ausfallschritte: Unter Ermüdung schlecht zu landen ist der schnellste Weg zu genau der Verletzung, die du vermeiden willst. Zwei Zirkel pro Woche reichen aus, um die Kraftausdauer spürbar zu verbessern. Station 4 macht den Zirkel fußballspezifisch: Auf einer nachgebenden Unterlage — Balance-Pad, gefaltete Matte oder aufblasbares Bolster — trainierst du beim Plank Rumpfstabilität unter Ermüdung — der Zustand, in dem in der Schlussphase Zweikämpfe verloren gehen. Im Vereinsalltag ist die Belastung ohnehin eine andere als bei zwei Heimeinheiten pro Woche — plane die Zirkel entsprechend um die Spieltage herum.
Beintraining für Fußballer ist dabei mehr als Kniebeugen: Antritt, Schuss und Zweikampf kommen aus dem Zusammenspiel von Quadrizeps, hinterer Oberschenkelmuskulatur, Waden und Gesäß. Wer explosiv und verletzungsfrei bleiben will, ergänzt die großen Muskeln um die tiefliegenden Stabilisatoren — wie du die gezielt trainierst, zeigt der Beitrag zur Tiefenmuskulatur im Oberschenkel.
Häufige Fragen zum Krafttraining im Fußball
Wie oft sollten Fußballer Krafttraining machen?
Zwei Einheiten pro Woche während der Saison, drei in der Vorbereitung — das ist der Richtwert, auf den sich die meisten Trainingsempfehlungen einpendeln. Wichtig ist der Abstand zum Spiel: intensive Krafteinheiten mindestens 48 Stunden vor dem Anpfiff legen.
Wie kann ich meine Schusskraft trainieren?
Schusskraft entsteht als Kette aus Rumpf, Hüftstreckung und Quadrizeps — nicht im isolierten Beinstrecker. Am wirksamsten sind Medizinball-Rotationswürfe, Box Jumps, der einbeinige Dreisprung und rumänisches Kreuzheben, kombiniert mit Technikarbeit am Ball. Unterschätze das Standbein nicht: Es fängt die gesamte Rotation ab, und einbeinige Stabilitätsarbeit zahlt direkt auf die Schusshärte ein.
Wie viele Sätze und Wiederholungen sind für Fußballer richtig?
Für Explosivkraft wenige Wiederholungen bei voller Pause (4×5–6, 2–3 Minuten), für Maximalkraft 4×5 schwer mit 3 Minuten Pause, für Kraftausdauer 45-Sekunden-Intervalle im Zirkel mit 15 Sekunden Pause. Die Regel dahinter: Je explosiver die Übung, desto kürzer der Satz und desto länger die Pause.
Macht Krafttraining Fußballer langsam oder zu muskulös?
Nein. Muskelmasse baut sich nur bei hohem Volumen, entsprechender Ernährung und über Monate hinweg nennenswert auf — fußballspezifisches Krafttraining arbeitet dagegen mit wenigen, explosiven Wiederholungen und zielt auf Kraftentwicklung pro Zeit, nicht auf Umfang. Der Effekt auf dem Platz ist das Gegenteil von langsam: mehr Kraft in kürzerer Zeit heißt schnellerer Antritt.
Welche Übungen beugen Muskelverletzungen im Fußball vor?
Die drei Klassiker sind der Nordic Hamstring für den hinteren Oberschenkel, der Copenhagen Adductor für die Leiste und ein strukturiertes Aufwärmprogramm wie FIFA 11+. Nordic Hamstring und Copenhagen setzen gezielt an der bremsenden, exzentrischen Phase an — dort passieren die typischen Muskelverletzungen; das 11+ kombiniert Kraft-, Balance- und Sprungübungen zu einem kompletten Aufwärmprogramm. Entscheidend ist, dass sie ganzjährig laufen und nicht nur in der Vorbereitung.
Krafttraining vor oder nach dem Fußballtraining?
Idealerweise an einem eigenen Tag. Geht das nicht, gilt: Explosiv- und Schnellkraft vor dem Fußballtraining (ausgeruhtes Nervensystem), lockeres Stabilitäts- und Rumpftraining danach. Nie beides in voller Intensität direkt hintereinander.
Quellen
Die Empfehlungen zur Verletzungsprävention stützen sich auf: van Dyk et al. (2019), British Journal of Sports Medicine — Metaanalyse über 8.459 Athleten zum Nordic Hamstring · Petersen et al. (2011), American Journal of Sports Medicine — cluster-randomisierte Studie zu exzentrischem Training im Männerfußball · Impellizzeri et al. (2021), Journal of Clinical Epidemiology — methodische Neubewertung der Nordic-Hamstring-Evidenz · Harøy et al. (2019), British Journal of Sports Medicine — Adductor Strengthening Programme (Copenhagen Adduction) · Soligard et al. (2008), BMJ — Wirksamkeit des Aufwärmprogramms FIFA 11+ · Übersichtsarbeiten zu propriozeptivem Training und Sprunggelenksdistorsionen · Deutscher Fußball-Bund (dfb.de) und sportaerztezeitung.com zur praktischen Umsetzung. Trainingsvolumen- und Pausenrichtwerte orientieren sich an den Empfehlungen der National Strength and Conditioning Association. Produktangaben (Packmaß 20×15×3 cm fix; Länge 70–80 cm und Ø 26–30 cm je nach Fülldruck, 280–300 g) stammen aus den Produktbeschreibungen von BOLSTair®. Stand: Juli 2026.
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Dieser Beitrag richtet sich an gesunde Freizeit- und Amateursportler und ersetzt keine ärztliche oder physiotherapeutische Beratung.
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- Krafttraining für explosive Kraft — die Plyometrie-Methodik im Detail
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